Demitz-Thumitz

 


Demitz-Thumitz ist eine Gemeinde im Landkreis Sachsen. Die Gemeinde mit ihren 9 Ortsteilen liegt am Fuße des Klosterberges mit einer Höhe von 394,3 m. Die erste urkundliche Erwähnung der beiden Orte erfolgte für Demitz 1374 und für Thumitz 1350. Demitz war ein Dorf, das seit 1413 dem Kloster Sankt Marienstern in Panschwitz unterstand. In Thumitz ist seit Anfang 1500 ein Rittergut nachweisbar. Das “Rätz`sche Erbgericht” – heute “Kmochs Gasthof” wird erstmals 1675 urkundlich erwähnt und erhielt die erblich belehnte Gerichtsbarkeit mit Schankrechten vom Kloster St. Marienstern aus Panschwitz-Kuckau. Seit 1840 gab es in beiden Dörfern einen gewählten Gemeindevorstand, der aus 6-8 Mitgliedern bestand. Am 01.02.1898 schlossen sich die beiden Dörfer zu Demitz-Thumitz zusammen. Der erste Bürgermeister der neuen Gemeinde wurde Oskar Rätze. Er war führend an der Vereinigung der beiden Orte beteiligt. 1922 schied er aus seiner Funktion aus und wurde zum Ehrenbürger von Demitz-Thumitz ernannt. Gestorben am 10.04.1929.
Viadukt – Viadukt ist eine Bezeichnung für eine steinerne Brücke mit mehreren Bögen. Das Viadukt in Demitz-Thumitz wurde 1844 bis 1846 erbaut, als die Bahnstrecke von Bischofswerda nach Bautzen und Görlitz verlängert wurde. Es steht am Beginn der örtlichen Granitgeschichte. Die Brücke ist 240 m lang und durchschnittlich 17 m hoch. Im April 1945 waren ein Pfeiler und zwei Bogen aus “strategischen Gründen” gesprengt worden. 1946 wurden sie wieder aufgebaut.  Demitz-Thumitz war 66 Jahre von 1865 bis 1931 auch ein Glasmacher Ort. Hier wurden Weinflaschen und Medizinflaschen gefertigt. Mit einem Großauftrag wurden 36.000 Lampenzylinder nach Amerika geliefert. Mit einer Glasschleiferei und einer Glasmalerei wurden ca 100 Arbeitskräfte beschäftigt (Geschliffene Gläser und bemalte Vasen). Das Aus für die Firma kam in der Weltwirtschaftskrise 1929/1931. 1938 wurde der markante Schornstein gesprengt und das Gelände beräumt. Granitgeschichte – Nachrichten über die Gewinnung von Granit als Baumaterial reichen am Klosterberg bis ins 18. Jahrhundert zurück. 1823 stellten Schmöllner Steinmetzen schwere Gießplatten für Eisengießereien in Berlin her, die mühsam auf dem Land- und Wasserweg transportiert werden mussten. Das ändert sich 1844 mit dem Bau des Eisenbahnviadukts über das Schwarzwassertal. Die Einweihung erfolgte am 23.06.1846 unter der Anwesenheit des  sächsischen Königshauses. Das Lausitzer Granit hatte sich mit dem Bau der Bahnbrücke bewährt und die Nachfrage nach Mauersteinen blieb. Weitere Steinbrüche wurden erschlossen. Neben kleineren Unternehmen gab es am Klosterberg zwei Großunternehmen. Bahn- und Straßenbau waren Großabnehmer für Baumaterialien jeder Art. Demitz-Thumitz wurde zum Zentrum der deutschen Granitindustrie. Ab 1940 verringerte sich die Produktion ständig. Es fehlte an Arbeitskräften, weil aus den meisten Steinarbeitern Soldaten wurden. 1945 hat man die gesamten technischen Anlagen der Firmen demontiert und als Reparationsleistungen in die Sowjetunion gebracht. 1948 konnte im VEB Sächsische Granitwerke durch den Bau von drei Kompressoranlagen der Betrieb wieder aufgenommen werden. 1969 entstand in der Oberlausitz ein Großbetrieb unter dem Namen VEB”Lausitzer Granit Demitz-Thumitz”, in dem die Hartsteinbrüche der Oberlausitz zusammengefasst waren. Die Wende 1989/1990 brachte eine Veränderung. Der volkseigene Betrieb wurde von der Treuhand- Liegenschaftsverwaltung (TLG) übernommen und zum Verkauf angeboten. 1991 erwarb die Basalt-Actien-Gesellschaft Linz/Rhein den Betrieb. 12 Jahre später kam es zu einem Einschnitt für die Granitindustrie am Klosterberg. Am 31.01.2003 wurde die Rohblockgewinnung eingestellt. Das war das Ende für die Werksteinproduktion und für die Steinmetzen. Lediglich das Brecherwerk bleibt in Betrieb. Thomas Gläser betreibt seit 2003 einen Gewinnungs- und Verarbeitungsbetrieb unter dem Namen “Lausitzer Granit Gläser e. Kfm.”.
Führungen durch das Granitdorf und auf der Granitroute von Mai bis Oktober jeden 1. Samstag im Monat ab 10 Uhr oder nach Anmeldung zu anderen Terminen.                                                                                                                                                                                                                                          1950 bildete sich in Demitz-Thumitz eine selbstständige evangelische Kirchgemeinde. Die Christuskirche wurde 1951/52 erbaut und die Weihe erfolgte am 07.12.1952. Sie besitzt keinen Glockenturm. Ein Glockenturm befindet sich hinter der Kirche auf dem kommunalen Friedhof und wurde 1897 errichtet. Die katholische Kirche Maria Königin des Friedens wurde 1954/55 gebaut und im November 1955 geweiht. Wegen der immer kleiner werdenden Gemeinde wurde die Kirche 2010 geschlossen. 2011 wurde das Gebäude verkauft und in private Nutzung übergeben. Sie wird heute als Wohnraum genutzt. Die Evangelisch-Lutherische Kirche im OT Pohla seit 1984 “Maria am Berge” (650-jähriges Jubiläum) ist eine der ältesten Kirchen der Lausitz. Sie wurde 1334 erstmals urkundlich erwähnt. Im 15./16. Jh. erfolgte der Anbau des Kirchenschiffes. Der Kirchturm wurde 1779 errichtet und die heutige Orgel mit 10 Registern wurde 1838 von der Orgelfirma Christian Gottfried Herbig erbaut.

 
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